Parkraumbewirtschaftung
Abb.1: Neuordnung der Bewohnerparkzonen, Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftung (Einführung der saisonalen Bewirtschaftung abhängig von weiteren Untersuchungen) (PDF ca. 1,2 MB) Planung der Parkraumbewirtschaftung in Potsdam
Die Nachfrage nach Parkplätzen übersteigt in vielen innerstädtischen Straßen das Angebot bei weitem. Die Folge sind zeitraubende und umweltbelastende Parksuchverkehre. Darüber hinaus werden Fahrzeuge aufgrund des Parkraummangels häufig regelwidrig abgestellt, was zu erheblichen Beeinträchtigungen führen kann. So werden nicht selten Feuerwehrzufahrten, Bordsteinabsenkungen, Ladezonen oder Grünflächen zugeparkt. Dem Parkraummangel im Straßenraum stehen dagegen vielfach freie Stellplatzkapazitäten in den öffentlichen Tiefgaragen und Parkhäusern gegenüber.
Bei der Erarbeitung des Parkraumbewirtschaftungskonzepts der Landeshauptstadt Potsdam wurde untersucht, welche Gebiete in der Stadt besonders stark von der Parkplatzproblematik betroffen sind und welche Maßnahmen sich daraus ableiten.
Neuordnung der Bewohnerparkzonen
Bisher umfassen die Bewohnerparkzonen meist nur wenige Straßenzüge, was zu Problemen führt, wenn beispielsweise Baustellen die Parkmöglichkeiten einschränken. Durch die Vergrößerung der Parkzonen können Bewohner künftig mit ihrem Parkausweis auf angrenzende Straßen ausweichen. Insgesamt wird so eine bessere räumliche Verteilung des ruhenden Verkehrs erreicht.
Ausweitung der Bewirtschaftung
Die angespannte Parksituation in den Randgebieten der Innenstadt ergibt sich einerseits aus der räumlichen Struktur, andererseits ist sie auf Verdrängungseffekte der bestehenden Parkraumbewirtschaftung zurückzuführen: Aufgrund der Parkgebühren im Zentrum, weichen Besucher und Berufspendler vielfach auf die kostenlosen Parkmöglichkeiten in den Straßen der innenstadtnahen Wohngebiete aus und konkurrieren so mit den Bewohnern um die knappen Stellplätze.
Mit der Bewirtschaftung des begrenzt verfügbaren Parkraums soll eine stadt- und umweltverträgliche Organisation des ruhenden Verkehrs erreicht werden. Besucher zahlen eine parkzeitabhängige Gebühr, Bewohner beantragen einen Bewohnerparkausweis, der zum entgeltfreien Parken berechtigt.
Was bringt die Parkraumbewirtschaftung?
- Die Parksituation verbessert sich: Die Suche nach einem freien Parkplatz verkürzt sich. Das spart nicht nur Zeit und Nerven, sondern reduziert auch Lärm, Abgase und Feinstaub.
- Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum steigen: Dort wo genügend freie Parkplätze vorhanden sind, besteht auch nicht die Notwendigkeit das Auto regelwidrig abzustellen.
- Durch die Bewirtschaftung der Gebiete kann eine häufigere Kontrolle des ruhenden Verkehrs erfolgen.
Abb.3: Tarifzonen und Bereich der Sonntagsbewirtschaftung (künftige Tarifzone 1: 1,50 €/h Parkdauer, künftige Tarifzone 2: 1,00 €/h Parkdauer) Parkgebührenerhöhung
Die Untersuchungen zur Parkraumauslastung zeigen, dass in den bereits bewirtschafteten Gebieten der Innenstadt mit den derzeitigen Parkgebühren keine ausreichende Lenkungswirkung erzielt wird (Abb.2). Die Belegung liegt stellenweise noch immer bei über 100%, so dass Kunden und Besucher nur schwer einen freien Platz finden.
Warum eine Gebührenerhöhung?
- Mit der Erhöhung der derzeit sehr moderaten Potsdamer Parkgebühren soll erreicht werden, dass die Parkplatznot abnimmt: Der höhere Preis bewirkt, dass durchschnittlich kürzer geparkt wird und somit häufiger freie Parkplätze für Besucher und für den notwendigen Wirtschaftsverkehr zur Verfügung stehen.
- Die Anhebung der Parkgebühren stellt zudem einen effektiven Beitrag zur Stärkung des Umweltverbundes, zur Reduzierung der Luftschadstoffe und zur Verkehrsberuhigung dar, weil Parksuchverkehre abnehmen und der eine oder andere auf alternative Verkehrsmittel umsteigt, das Auto also öfter stehen lässt.
- Die Erträge aus den höheren Parkgebühren kommen allen zugute. Ein Großteil der Erlöse wird für die Überwachung des Parkraums benötigt, weil nur so gewährleistet wird, dass sich die Autofahrer an die Vorgaben halten. Die zusätzlichen Einnahmen werden dringend für die Straßenunterhaltung benötigt. Mit dem Geld werden beispielsweise Schlaglöcher beseitigt, Gehwege und Radwege verbessert.
Wie erfolgt die Bewirtschaftung?
Parkregelungen in den Erweiterungsgebieten
In den innenstadtnahen Wohnquartieren erfolgt eine Erweiterung der Bewirtschaftung vorwiegend durch Mischparkregelungen. Das heißt, dass Parkende eine Gebühr entrichten müssen von der Bewohner des Gebiets ausgenommen sind. Durch die flächendeckende Gebührenpflicht wird eine gleichmäßige Belegung des Straßenraumes erreicht. Zudem haben Besucher die Möglichkeit überall ihr Auto abzustellen.
Parkregelungen in der Innenstadt
Anders als in den Wohngebieten zeichnet sich der ruhende Verkehr in der Potsdamer Innenstadt durch einen hohen Besucheranteil aus. Zum Schutz der Bewohner wird daher auf eine flächendeckende Mischparkregelung verzichtet und die Trennung in Bewohnerparkbereiche und gebührenpflichtige Bereiche weitgehend beibehalten. Da die Bereiche der Innenstadt auch an Wochenenden eine sehr hohe Stellplatzauslastung aufweisen, erfolgt die Bewirtschaftung hier künftig auch sonntags.
Warum werden Parkbereich für Bewohner und Besucher in der Innenstadt getrennt?
- Gesonderte Bewohnerparkbereiche sichern den Bewohnern auch in besuchsstarken Zeiten eine gewisse Zahl an Stellplätzen und erleichtern die Parkplatzsuche (z.B. bei Veranstaltungen und Festen, im werktäglichen Wirtschaftsverkehr, gegenüber Tagestouristen am Wochenende).
- Da Bewohner ihr Auto für einen wesentlich längeren Zeitraum abstellen als Besucher, verringert sich durch den Ausschluss gebietsfremder Parker zudem der Parkumschlag und somit auch die Verkehrsbelastung im betreffenden Gebiet. Eine flächendeckende Mischparkregelung würde dagegen den starken innerstädtischen Besucherverkehr in Bereiche ziehen, die bisher nur den Bewohnern vorbehalten waren.
- Durch die Ausweisung reiner Gebührenparkbereiche für Besucher, die vom Hauptstraßennetz aus gut zu erreichen und über das Parkleitsystem ausgeschildert sind, wird der Parksuchverkehr aus den Bewohnerparkbereichen ferngehalten.



